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Vor über 2 Jahren von Martial Arts Association - International & Golden Dragon Kampfkunstcenter in Kampfsport
Tags: BVSV, Bernd Höhle, Golden Dragon, Hoehle, Horst Kohl, International, KKC, MAA, Martial Arts Association, Stadthagen

“Ich hatte auch Angst” - SV für Rollstuhlfahrer

“Ich hatte auch Angst” - SV für Rollstuhlfahrer

Der “Bundesverband Selbsthilfe Körperbehinderter” (BSK) hatte den 1. und 2. Vorsitzenden des Behinderten- und Versehrtensportverein Kitzingen (BVSV) Klaus Weiss und Horst M. Kohl nach Krautheim eingeladen, um dort den körperlich gehandicapten Menschen in einem “Schnupperkurs” Möglichkeiten der Selbstverteidigung zu zeigen.
Großmeister Horst M. Kohl ist Bundestrainer für Kae-In-Sog-In der Martial Arts Association – International ( www.MAA-I.com ).
Selbstverteidigung im Alltag - Kenntnisse schaden da nie. Dies gilt ganz besonders für Menschen mit körperlicher oder geistiger Behinderung. Für sie fand dieser Schnupperkurs statt, der die Inhalte von Kae-In-Sog-In vorstellte. Hinter dem begriff verbirgt sich spezielles Selbstverteidigungstraining für Menschen mit Handicaps.
Nicht grundlos wurde der Kurs abgehalten. Im Frühjahr wurde ein Bewohner und Mitarbeiter des Eduard-Knoll-Wohnzentrums von drei Jugendlichen brutal überfallen, ausgeraubt und unter einer Brücke liegengelassen. “Das hat bei den Bewohnern des Wohnzentrums große Angst ausgelöst”, so Peter Reichert, Mitarbeiter des Wohnzentrums und Pressesprecher beim Bundesverband Selbsthilfe Körperbehinderter (BSK). Danach sei die Frage aufgekommen: “Wie kann ich mich schützen?”
Die Resonanz auf dieses Angebot ist groß. Sogar aus Augsburg kam eine Gruppe angereist. “Wir mussten einige Anmeldungen absagen - 23 Teilnehmer waren letztlich das Maximale, das ging.” Aber sie durften richtig ran. Nach Übungen für Motorik und Reaktion hieß es: “Wie setze ich meine Faust richtig ein?”. Es folgten die Befreiung aus einem Würgegriff, Abwehr eines Fußtritts und verschiedene Schlag und Fausttechniken. Wo es möglich war, wurden auch Hebeltechniken eingesetzt.
Bei Kae-In-Sog-In handelt es sich um eine Mischung vieler verschiedener Selbstverteidigungs-, Kampfkunst- und Kampfsportrichtungen. Und so erklärt sich auch die Namenswahl: Kae-In-Sog-In ist ein koreanischer Begriff und bedeutet Vielfalt. “Eine Vielfalt an Behinderungen erfordert eben auch eine Vielfalt an Verteidigungstechniken”, erläutert Horst M. Kohl aus Wiesenbronn, Fachübungsleiter und Gründer der Bundesvereinigung Kae-In-Sog-In. “Einer der bedeutendsten Punkte ist auch die Stärkung des Selbstbewusstseins”, so Kohl. So sieht es auch Peter Reichert: “Es ist wichtig, dass man sieht: Auch im Rolli habe ich die Möglichkeit, auf gewisse Situationen zu reagieren.”
Denn viele Menschen mit Behinderung fühlen sich immer wieder unsicher. “Ich hatte auch Angst”, sagt etwa Sevda Korkmaz (23), die im Elektro-Rolli sitzt und weder ihre Hände zur Verteidigung nutzen, noch schreien könnte. “Früher hätte ich nicht gewusst, was ich machen kann.”
Auch das Opfer der Gewalttat vor einigen Monaten ist unter den Kursteilnehmern: “Sollte so etwas nochmals vorfallen, könnte ich mich mit den heute gelernten Tricks wehren.” Den Kurs würde er gerne nochmal machen. Denn für dauerhaften Erfolg ist nachhaltiges Wiederholen ganz wichtig. Horst M. Kohl wurde kürzlich vom Headmaster der Martial Arts Association – International : Bernd Höhle im Golden Dragon Kampfkunstcenter Stadthagen für seinen enormen Einsatz im Gehandicapten Kampfsport ausgezeichnet.

Horst M. Kohl

Fotos: Peter Reichert


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