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Vor über 2 Jahren von Christoph in Fussball
Tags: Borussia Dortmund, HSV, Hamburger Sportverein, Jürgen Klopp, Königsblau, Schalke 04, T-Home Cup, fc bayern, felix magath, uli hoeneß

Macht allein macht's nicht

Kommentar von Reinhard Schüssler

Essen (ots) - Mal angenommen, Sie würden in Felix Magaths Haut stecken - hätten Sie dann darauf gebrannt, mit Schalke den T-Home Cup zu gewinnen?

Klar, die Schlagzeile "Magaths erster Titel auf Schalke" wäre
ganz nett gewesen. Auf der anderen Seite hätten Kritiker nur darauf
gewartet, ihm für den Fall des Scheiterns auf Schalke genüsslich
unter die Nase zu reiben, dass der einzige Titel, den er mit
Königsblau geholt hätte, ein Larifari-Cup gewesen wäre. Dann lieber
gar kein Cup, wird sich Magath gedacht haben. Oder auch nicht.

Wir wissen es ebensowenig wie wir die Gedanken kennen, die Uli
Hoeneß hatte, als er auf der Tribüne einträchtig neben Magath saß und
das Bayern-Spiel gegen den HSV beobachtete. Nicht auszuschließen,
dass er gedacht (oder sogar gesagt hat): Felix, es war ein
Riesenfehler, dich seinerzeit entlassen zu haben.

Magath wiederum dürfte eher weniger Gedanken an die Bayern
verschwendet haben. Dafür hat er auf Schalke zu viele Baustellen.
Denn man kann es drehen und wenden wie man will: Mit der
Kader-Altlast von Ex-Manager Andreas Müller lassen sich die
Hoffnungen auf Besserung schlecht begründen. Am Beispiel Magath wird
sich ablesen lassen, wieviel oder wie wenig ein Trainer bewirken
kann.

Die Macht, die Magath auf Schalke bündelt, macht den Erfolg
allein noch nicht aus. Er wird sie auch effektiv nutzen müssen. Dazu
gehört - wie in Wolfsburg - ein guter Riecher bei
Spielerverpflichtungen und - Zeit. Man darf gespannt sein, ob sie auf
Schalke, wo bisher Ungeduld Programm war, diesmal einen langen Atem
haben.

In Dortmund scheint dies der Fall zu sein. Sonst würden sie wohl
kaum Jürgen Klopp bei der Personalie Alex Frei mehr oder weniger
freie Hand gelassen haben. Dürfte der Weggang des Torjägers doch
weniger mit Heimweh nach Basel zu tun haben als mit Differenzen mit
dem Trainer, der andere Vorstellungen von einem Stürmer hat. Nach
Mladen Petric nun zum zweiten Mal einen Publikumsliebling ziehen zu
lassen, ist freilich ein beträchtliches Risiko. Am Ende wird, wie
immer, das Ergebnis darüber entscheiden, ob es zu groß war.

Quelle: ots, Westdeutsche Allgemeine Zeitung WAZ, Kommentar von Reinhard Schüssler


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